Wie alles begann – vom „Rambo-Bogen“ zum Blankbogen

Wie alles begann

Wie ich zum Blankbogen kam – und warum ich geblieben bin

Rubrik: Mein Weg – erste persönliche Geschichte, Ursprung des Blogs

Ich bin nicht über Leistung zum Bogenschießen gekommen, sondern über Neugier – und später über meinen Sohn. Diese Geschichte ist mein persönlicher Neustart: vom ersten Recurve über den „Rambo-Moment“ bis zum Blankbogen. Und warum ich heute genau dabei geblieben bin.

„Manchmal führt ein Pfeil nicht ins Ziel – sondern zurück zu dir.“
(Ein schönes Zitat – leider weiß ich nicht, von wem es stammt.)

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1) Damals, in den 80ern: kein Schießplatz, sondern ein Laden in Kiel

In den 1980er-Jahren stand ich nicht auf dem Schießplatz, sondern hinter der Ladentheke, in einem Waffengeschäft in Kiel. Ausbildung, viel Verantwortung, viel Spaß und noch mehr Neugier.

Zwischen Jagdausrüstung, Luftgewehren, Armbrüsten und all dem „schweren Gerät“ haben wir auch nebenher Bögen verkauft. Und während andere Kunden über Kaliber, Kimme und Korn fachsimpelten, blieb mein Blick immer wieder an diesen gebogenen Stücken Metall und Glasfaser hängen.

Ich war jung, in der Lehre und hatte einen riesigen Vorteil: Ich saß direkt an der Quelle. Wenn man schon im Waffengeschäft arbeitet – warum nicht selbst mal ausprobieren? Mein Chef hatte mich dazu auch immer ermutigt. Also durfte ich den Bogen einfach so mit nach Hause nehmen. Das war schon ziemlich cool für mich!


2) Mein erster eigener Bogen: Recurve, Lederarmschutz und Bauchgefühl

Mein erster eigener Bogen war ein Recurvebogen – nichts Besonderes, aber für mich war es damals „der Bogen“. Dazu kamen die typischen Basics: Armschutz, Köcher, ein paar Pfeile – und sehr viel Begeisterung.

Wenn ich heute zurückblicke, war das eine schöne Zeit: viel Lernen, viel Ausprobieren, viele kleine Aha-Momente.

Tipp des Tages:

Dein erster Bogen muss nicht teuer, perfekt oder „High-End“ sein. Hauptsache, er bringt dich ins Tun – und du hast jemanden, der dir beim Einstieg ein paar Grundlagen zeigt.


3) Dann kam Hollywood: „Rambo“ – und der Wunsch nach mehr Technik

Dann kam das, was viele aus dieser Zeit kennen: Hollywood ging in die Vollen. Und ja: „Rambo“ war natürlich ein Auslöser. Plötzlich war Bogenschießen nicht nur Sport, sondern Action, Coolness und „Hightech“.

Sehnen, Cams, mehr Leistung – genau das Gegenteil von „einfach nur Bogen und Pfeil“. Natürlich wollte ich auch so einen haben.
Nur die explodierenden Pfeilspitzen gab’s (zum Glück oder leider?) nicht zu bestellen.

Gemeinsam mit einem Freund bestellte ich schließlich zwei Compoundbögen. Damals fühlte sich das an wie „Endgegner-Level“: modern, schnell, beeindruckend. Und ehrlich gesagt: Das war auch einfach spannend.


Kleiner Funfact: Mein erster Compoundbogen wohnt seit über 40 Jahren bei uns.

Compoundbogen aus den 1980ern
Mein Compoundbogen aus den 1980ern

Compound im 80er Style
Compound im 80er Style

Sieht vielleicht cool aus, aber benutzen werde ich den nicht mehr.

Was ich aber immer super fand, dass man das Zuggewicht relativ einfach einstellen konnte.

Aufkleber Zuggewicht
Zuggewicht 45 – 60 Pfund


4) Wie es oft läuft: Der Sport verschwindet – und der Bogen landet in der Ecke

Und dann passierte das, was vielen passiert: Alltag, andere Prioritäten, weniger Zeit. Der Sport verschwand langsam aus meinem Leben.

Der Bogen wanderte in die Ecke – und blieb dort. Für viele, viele Jahre.


5) Die Wendung kam durch meinen Sohn

Die spätere Wendung meiner Geschichte kam nicht aus Hollywood, sondern aus dem echten Leben. Eines Tages sagte mein Sohn:
„Papa, ich will Bogenschießen lernen!“

Erst war ich nicht begeistert – nicht, weil ich den Sport nicht mochte, sondern weil mir klar war: Wenn ein Kind anfängt, muss ein Erwachsener mitziehen. Und zwar verlässlich.

„Im Rückblick war genau das ein Geschenk. Wir sind gemeinsam wieder eingestiegen – und dafür bin ich heute wirklich dankbar. Besonders meiner Frau, die das damals durchgesetzt hat.

Schütze mit Leihbogen
Training mit einem Leihbogen

Wir sind zunächst in den örtlichen Verein eingetreten und haben mit Leihbögen gestartet. Das lief gut – und wie so oft kam dann der Punkt, an dem man merkt:
Wenn du mehr Präzision und mehr Reichweite willst, brauchst du auch besser passendes Material (und ein bisschen Training). Relativ schnell sind wir deshalb zu eigenem Equipment übergegangen – eine gute Entscheidung!
Dazu fanden wir dann auch schnell einen Verein mit tollen Trainern, die auch nicht nur einen Kurs für Animateure gemacht haben, sondern vom DSB zertifiziert sind. Dazu aber später mehr.


6) Warum ausgerechnet Blankbogen?

Wenn du mich heute fragst, warum ich ausgerechnet beim Blankbogenschießen hängen geblieben bin, ist die Antwort ziemlich einfach:

Weil es ehrlich ist.
Weil es reduziert ist.
Weil es gnadenlos zeigt, was du schon kannst – und was (noch) nicht.

Beim Blankbogen kannst du nichts „dem Visier“ oder der Technik in die Schuhe schieben. Klar: Auch hier kann man Geld versenken – wie in jedem Hobby. Aber am Ende bleibt der Kern: Du, der Bogen, der Pfeil – und dein Ablauf.

Ich bin nicht der Typ, der so tut, als hätte er immer alles im Griff. Und ja: Sich das einzugestehen, ist nicht immer leicht.

Nicht jeder Schuss trifft – aber jeder Schuss kann dich etwas lehren.
Wenn du bereit bist, genau hinzusehen.


7) Lernen, Korrekturen und zwei Leute, die mich geprägt haben

Seit dem Neustart ist viel passiert. Ich durfte zum Beispiel erleben, wie wertvoll gute Korrekturen sind – und wie viel man sich im Laufe der Zeit „angewöhnt“, das gar nicht optimal ist.

Zwei Namen möchte ich hier nennen, weil sie mir wirklich geholfen haben und eine Inspiration für mich sind: Oliver Ochkenholt und Claus Vigen Pindbo. Von beiden habe ich sehr klare, ehrliche Hinweise bekommen – kleine Korrekturen, die manchmal mehr bringen als zehn Trainings mit „weiter so“.

Karsten und die beiden Dänen der Nationalmannschaft beim Coaching
„Oliver Ochkenholt und Claus Vigen Pindbo beim Coaching am Schießplatz“

Feine Korrekturen, kleine Hinweise, ehrlich auf den Punkt. Ich will nicht unbedingt sagen “hart” – aber genau das, was man braucht, wenn man besser werden will. Ob man (ich) es dann schaffe, auf die Dauer das auch so mitzunehmen und umzusetzen ist ja immer noch eine andere Sache.

Und trotzdem gilt: Es bleibt ein Prozess. Wäre es so einfach, wären wir alle Olympioniken, oder? Für mich gilt daher: dranbleiben!


8) Die Geschichte mit der Landesmeisterschaft (und warum das gut war)

Und dann gibt es da noch diese Geschichte von der Landesmeisterschaft
Sagen wir’s so: Ich habe dabei sehr deutlich gelernt, dass Leistung nicht nur aus Technik besteht, sondern auch aus Kopf, Ruhe, Timing – und manchmal schlicht aus Erfahrung.

Für mich war das definitiv lehrreich und auch ein bisschen heilsam. 😀


9) Wo ich heute stehe – und wohin ich will

Heute bin ich irgendwo zwischen:

  • „Typ von nebenan, der einfach wieder angefangen hat“
  • und „ambitionierter Schütze mit klarer Vision“

Mein großes Ziel – und das darf hier ruhig schwarz auf weiß stehen:
Irgendwann bei der Deutschen Meisterschaft auf der Startliste zu stehen.


Ausblick

Der nächste Artikel erscheint im Februar: „Was ist eigentlich Blankbogenschießen?“

Wenn du mehr über mich lesen willst:
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